Dojo

Das Dôjô unterscheidet sich sehr vom westlichen Fitness Studio. Dôjô (japanisch: 道場) lässt sich wörtlich übersetzen in „Ort der Praktizierung des Weges“. Es lässt sich ableiten von der Bezeichnung für den Meditationsraum eines Buddhistischen Mönches, eine Bezeichnung, die einen Ort zur Ausübung von „Kampfsport“ oder Budô (japanisch: 武道) definierte.

Man sollte wissen, dass die Lehre des Budô normalerweise dem Stand der Samurai vorbehalten war, sowie Kriegern (Bushi, japanisch 武士), die einem Fürsten (Daimyô, japanisch: 大名) dienten. Es war nicht ohne weiteres möglich einem Dôjô beizutreten. Oft musste man ein Dokument unterzeichnen, welches zur Geheimhaltung verpflichtete und das Training in anderen Dôjôs untersagte, oder man musste für eine gewisse Zeit bei Putz und Reinigung Demut und Geduld beweisen. Diese Zeit variierte von Person zu Person und erst danach bekam man die Erlaubnis am Training teil zu nehmen. Es war auch möglich, dass man vom Meister auf andere Art und Weise getestet wurde, beispielsweise indem man die Rolle des Gegners einnehmen musste, was bedeutete, dass man bis zur Ohnmacht geschlagen und geworfen wurde, bevor man an Techniken herangeführt wurde (dies passierte Takamatsu Sensei).

Ein Sprichwort besagt: „Wenn der Schüler bereit ist, erscheint der Meister“. Wenn man einen wahren Meister (Sensei, japanisch: 先生) findet, bedeutet das nicht zwangsläufig von ihm akzeptiert zu werden. Dies hängt von den eigenen Absichten und Erwartungen ab. Wenn man in ein Dôjô eintritt mit der Absicht, nur das zu lernen, was man möchte und seinen Meister und dessen Lehren nicht respektiert, wird man enttäuscht werden, da man nicht versteht, was der Meister zu Lehren versucht.

Der Meister könnte auch nur die Fundamente übermitteln und den zu befolgenden Weg andeuten, indem er die Henka (Variationen, japanisch: 変化) zeigt, welche dann übergeht in Techniken höheren Levels, zum Isshin Denshin (Übermittlung von Herz zu Herz). Das ist dem Shuhari (kopieren, ändern, übersteigen, japanisch: 守破離) entsprechend der traditionelle japanische Weg der Lehre.

Um diesen erlernen zu können ist es wichtig bescheiden zu sein und Respekt vor dem Lehrer zu haben. Sobald der Meister das Recht von Leben und Tod über seinen Schüler hat und der Schüler seinen Meister zu testen versuchen würde, würde er dies auf Risiko seines eigenen Lebens tun.

Auch ein wahrer Meister war einst ein Schüler und dadurch, dass er ein normaler Mensch ist, ist er als solcher fähig zu irren, wie jeder andere Mensch. Was manchmal seine eigene Schuld zu sein scheint, ist eigentlich ein Test für den Schüler. Der Rest muss Kyojitsu Tenkan Hou (japanisch: 虚実転換法) enthalten (den Wechsel zwischen Richtig und Falsch), was ist richtig oder was ist falsch? Was ist Realität?

Beim Eintritt in ein Dôjô indem das wahre Budô praktiziert wird, sollte davon ausgegangen werden, dass es in der Praxis nicht nur Erschöpfung, sondern auch Schmerz geben wird. Der Schmerz als Wachstum ist sehr wichtig, ein paar spezielle Fälle ausgenommen, denn man sollte lernen alle Arten von mentalem Schmerz zu bewahren und zu ertragen, physisch sowie spirituell. Dies wird gute Vorteile im Leben gewährleisten, weil man fähig sein wird, über sein Limit hinaus zu gehen.

Dieser Schmerz wird auch den eigenen Gefährten nahe gehen, da man sich auf sie verlassen muss, als Lehrer und im Leben. Das bedeutet, man wird „Martial Friends“ (Buyu, japanisch: 武友 ). Diese Freundschaft unterscheidet sich von anderen Freundschaften, sodass das Dôjô eine fast familiäre Assoziation bekommt, wo der ältere Schüler Senpai (japanisch: 先輩) dem jüngeren Schüler Kouhai(japanisch: 後輩) hilft, der ihn dafür respektiert.

Das Dôjô ist auch ein Ort, wo man verschiedene Unterschiede überwindet, Geschlecht, Hautfarbe, Kultur und andere Vorurteile und diese Probleme aus dem Dôjô fernhält. Somit werden die Probleme nicht ignoriert, sondern auf einem natürlichen Weg überschritten. Denn wenn man nicht darüber nachdenkt, diskriminiert man nicht. Doch man sollte nicht meinen, im Dôjô herrscht Demokratie. Der Meister kann seinem Schüler zuhören, wenn dieser weiß, wann der richtige Zeitpunkt zum Sprechen ist. Am Ende jedes Trainings übernimmt der Schüler die Säuberung des Dôjôs und das Wegräumen der Waffen und der Ausrüstung. Dies stammt aus der militärischen Assoziation, denn wenn man sich nicht um Waffen oder das Sauber machen kümmert, geht das Schlachtfeld zu Grunde, wegen Krankheit und der Zerstörung der Waffen und Ausrüstung.